27.01.2012, 12:34
Ich schreib grad ne eigene Fanfiction von Eragon. Dabei erzähle ich gleich vom Ende des vierten Buches weiter. Kapitel 1 ist schon fertig.
ich würde euch bitten, mir die kritikpunkte zu erzählen. nachdem man das selber schwer beurteilen kann... ich bin keinem böse, egal wie viel kritik ich bekomme (ganz im gegenteil!)
also: Kapitel 1:
WYRDA
Vernunft
Seitdem die Talíta, ein weißer Einmaster der Elfen die Grenzen Alagaësias überschritten hatte und somit die Landkarte der Elfen endete, wusste Niemand wie lange sich die einsame Einöde noch weiterziehen würde. Bisher waren fünf Tage vergangen, in denen jedoch noch immer kein geeigneter Platz zum Aufziehen der Drachen in Sicht gekommen war.
Die verbliebenen neun Bewacher der Eldunarí und die anderen zwölf Elfen, die mitgekommen waren und die Schiffsmannschaft bildeten, wussten nicht viel über das Land im Osten. Zwar waren einige Reiter mit ihren Drachen vor längst vergangener Zeit in den Osten geflogen, doch das dürre Land zog sich zu weit in die Ferne, als das einer der Kundschafter es überwunden hätte. Das Wenige, dass die Bücher der Elfen über den Osten preisgaben, war eine bedürftige Beschreibung über eine immer fort währende Steppe, ähnlich der Steppe zwischen Dras-Leona und Gil´ead, nur von einem Fluss durchbrochen.
Der Ferne Osten stellte sich als genau dieses Land vor. Die trockene Erde wurde an einigen Stellen von dürrem, braunem Gras ersetzt. Nur am Ufer des Edda prangten etwas mehr von dem trockenen Gras, doch selbst dort war der Boden nicht fruchtbar genug. Obwohl den ganzen Tag über die Sonne schien, war es nicht allzu heiß, doch auf Regen konnten die Reisenden nicht hoffen. Keine Berge und auch keine Hügel waren bisher aufgetaucht, nur flaches und ausgestorbenes Land. Vom Schiff aus konnte man bis zum Horizont sehen. Bisher waren auch noch keine Tiere zu Sichten gewesen, selbst Spinnen, Käfer und anderen Kleintieren war es im Osten zu trocken. Der Edda bog sich am vierten Tag etwas nach Norden und floss seither in wenigen weit ausgeholten Kurven weiter.
Die Talíta segelte wie von einer unsichtbaren Hand geführt in der Mitte des Flusses. Zu selten kam eine schwache Böe auf, darum hatte die Schiffsmannschaft das Segeltuch sicher verstaut. Auch wenn kein Segeltuch vorhanden war, dass gespannte hätte werden können, floss das weiße Elfenschiff in gleichmäßigem aber unaufhaltsamem Tempo voran. Somit konnten die Reisenden nur auf eine bisher unbekannte Entdeckung warten.
Bloëdhgarm ging die Stufen vom Hauptdeck zum unteren Abteil des Schiffes hinunter. Vor der Tür angekommen drehte er sich noch einmal um und sah zu den Elfen hinauf, die sich entschlossen hatten Eragon und Saphira zu begleiten. Sie nickten ihm kurz zu und blickten dann zum Himmel auf, in dem Saphira als kleiner, saphirblauer Punkt am Horizont zu erkennen war. Bloëdhgarm wendete sich der schweren Kieferntür zu und öffnete sie langsam. Eine Duftwelle aus Baumharz und Kiefernnadeln streifte über sein Gesicht. Er zog die Lefzen hoch und entblößte dabei ein kleines Stück seiner dolchartigen Fangzähne, als er den Duft einzog. Ein 40 Fuß langer Korridor offenbarte sich vor dem Wolfkatzen-Elf, an dessen Ende die Kabine von Eragon lag. Auf beiden Seiten des Korridors waren Türen eingelassen, aber die Kabinen dahinter waren unbewohnt. Bloëdhgarm trat ein und schloss die Tür leise hinter sich. Dunkelheit umschloss den Elf, doch mit seinen Elfenaugen konnte er alles Taghell sehen. Der Gang führte zum Bug des Schiffes. Schnellen Schrittes durchquerte er den Korridor.
Nichts war von seinen Schritten zu hören, da das Elfenschiff als Ganzes aus einem der größten Bäume in Ellesméra herausgesungen war und somit alle Teile des Schiffes nahtlos übergingen. Nichts, nicht einmal die Türen auf dem Schiff konnten knarren.
Vor Eragons Tür angekommen blieb Bloëdhgarm stehen. Selbst hier am Bug konnte er kein Schaukeln des Schiffes wahrnehmen, da die großen Elfenschiffe sogar bei höheren Wellen sanft durch die Fluten glitten. Der Elf klopfte dreimal gegen die Tür.
»Eragon? Bitte gewähr mir Einlass zu deiner Kabine. Wir machen uns Sorgen um dich. Seit sechs Tagen schon haben wir nichts mehr von dir gehört und bald bricht wieder die Nacht über uns herein. Saphira spricht auch nicht mit uns, sie verschließt noch immer ihren Geist.« Als Bloëdhgarm fertig gesprochen hatte hörte er angespannt hin und hoffte auf eine Antwort von Eragon. Wie immer verharrte der Elf eine Stunde still vor der Tür, doch Eragon unternahm auch heute nichts. So drehte Bloëdhgarm sich um und schritt ebenso leise wie er gekommen war den Korridor entlang zur Tür.
Eragon lag still in seinem Bett und schaute traurig zur Decke hinauf. Seit sechs Tagen hatte er sich in seiner Kabine eingeschlossen, in der er nur sein Bett, eine Truhe und ein kleiner Schreibtisch stand. Kein Hunger quälte ihn, obwohl er fast nicht gegessen hatte.
Er hatte nicht nur Roran, Katrina und die anderen Dorfbewohner verlassen, sondern auch seinen besten Freund Orik, seine Lehnsherrin Nasuada und die vielen Freunde, die er im Laufe der Zeit bei den Varden, den Zwergen und den Elfen gefunden hatte. Aber vor allem sehnte er sich nach Arya, Königin der Elfen, Drachenreiterin und Schattentöterin.
Er kannte ihre Gesichtszüge viel besser noch als seine eigenen und konnte sich somit ein genaues Abbild von ihr Vorstellen. Eine Träne rann über seine Wange und tropfte auf den mit Federn gefüllten Polster, der sie gierig aufzog. Eragon erinnerte sich an das Fairith, dass er in der Lehrstunde von Oromis von ihr gemacht hatte. Schon damals wusste er genau, wie Arya aussah und dieses Abbild von ihr auf eine mit Farbpigmenten vorbehandelte Schieferplatte projizierte. Das Fairith zeigte genau, welche unendlichen Gefühle er für die wunderschöne Elfe empfand.
Spätestens als sie mein Fairith begutachtete, wusste sie wie verliebt ich in sie war.
Dann erinnerte er sich an das Fairith, dass er bei der Lichtung nordöstlichlich von Ilirea von Arya gemacht hatte. Es war zwar nicht perfekt gewesen, doch war das Fairith ein genaueres Abbild von Arya als in Ellesméra. Trotzdem offenbarte auch dieses Wunschbild die Gefühle von Eragon, aber diesmal hatte sich Arya wirklich über das Fairith gefreut. Er fragte sich, wo das Wunschbild jetzt wohl war.
Wie gern ich das Wunschbild jetzt doch zur Hand hätte.
Wehmütig dachte Eragon zurück an die Zeit mit Arya und noch eine Träne kullerte über sein Gesicht und tropfte auf den Polster. Er sehnte sich nach dem Augenblick, in dem Arya und er gemeinsam, Hand in Hand einfach nur dagestanden und in den Himmel geblickt hatten. Dann erinnerte er sich daran, wie glücklich Saphira zusammen mit Firnen immer gewesen war und dass sie sicher noch trauriger war als er. Nun überkam ihn das Gefühl, Saphira zu helfen müssen.
Ich muss mit ihr sprechen. Seit sechs Tagen habe ich mich hier eingeschlossen und bin in meiner Trauer versunken, ohne an die Anderen zu denken. Jeden Tag war Bloëdhgarm gekommen, doch nie hatte ich ihm geantwortet. Selbst Saphira habe ich allein gelassen.
Er seufzte und setzte sich auf. Schnell zog sich Eragon ein Wams über, zog sich die Stiefel an und ging zu Tür. Brisingr samt Scheide und seinem Schwertgurt ließ er in der Kiste unter seinem Bett verstaut, da er seine Waffe auf dem Schiff sicher nicht brauchen würde.
Den Schwertgurt hatte er kurz vor der Abreise in Hedarth von Orik geschenkt bekommen. Als der Zwerg erfuhr, dass Eragon den Gürtel von Beloth dem Weisen verloren hatte, schickte der Zwergenkönig seine besten Schneider um einen neuen Schwertgurt. Über diesen hatte sich Eragon sehr gefreut, vor allem, weil er je nach Lichteinfall in allen Farben des Regenbogens schimmerte. Er hielt noch kurz inne, wischte sich die Tränen und die Trauer aus seinem Gesicht und öffnete die Tür. Er ging den Flur entlang, machte die Tür zum Deck auf und ging langsam rauf. Die Nacht war bereits über dem Schiff hereingebrochen, doch die Elfen auf dem Schiff sahen ihn trotzdem sofort. Jeder beschäftigte sich woanders, einige in einer kleinen Gruppe, ein anderer ganz alleine, irgendwo auf dem Deck. Ein Elf, den Eragon aus seiner Garde kannte spielte eine wundersame Melodie auf seiner Flöte und eine Elfe, die Eragon noch nicht gut kannte, sie aber ein paarmal bei der Agaetí Blödhren gesehen hatte, sang mit heller Stimme dazu. Als die beiden ihn bemerkten, hielten sie sofort inne. Alle Elfen, die sich auf dem Deck die Zeit vertrieben haben, eilten zu Eragon und versammelten sich um ihn herum. Als alle da waren, trat Eragon einen Schritt vom Stiegen Aufgang vor.
»Atra Esterní ono thelduin, Älfya Fricäya.«
Erstaunt darüber, dass Eragon die Begrüßungs-Formel zuerst gesprochen hatte, traten die Elfen nach und nach vor, um mit ihm die Formel zu Ende zu sprechen. Als der Letzte Elf, ein Elf mit langem silbernem Haar geendet hatte, fuhr Eragon fort.
»Es tut mir Leid, dass ich euch so lange allein gelassen habe. In meiner Trauer habe ich das Wesentliche nicht erkannt und mich stattdessen in meiner Kabine verschanzt. Doch jetzt habe ich meine Trauer überwunden und ich werde mich wieder voll und ganz meinen Aufgaben widmen. Außerdem sorge ich mich um Saphira, denn selbst mit ihr habe ich die vergangenen sechs Tage nicht gesprochen. Normalerweise kommt sie zuerst zu mir, wenn wir länger nicht zusammen gewesen sind. Könntet ihr mir bitte helf…«
Da viel ihm ein großer, schlanker Elf ins Wort, der links von Eragon stand.
»Ich entschuldige mich, euch unterbrechen zu müssen Eragon Shur´tugal, aber wir wissen auch nichts über Saphira. Als wir Roran, Arya und Firnen verlassen haben ist sie hoch in die Lüfte gestiegen und seither nicht mehr zu uns zurückgekehrt. Manchmal sehen wir sie als kleinen, saphirblauen Punkt am Horizont fliegen, doch dann hält sie ihren Geist fest vor uns verschlossen.«
Eragon wendete sich zu Eragon wendete sich zu Bloëdhgarm um, der in der Mitte des Halbkreises stand, der sich um Eragon gebildet hatte.
»Wieso habt ihr mir nicht gesagt, dass Saphira nicht zurückgekommen ist? Ich dachte sie hält nur ihren Geist verschlossen!«
»Ich wollte Euch nicht noch mehr Sorgen bereiten, außerdem habe ich mit Umaroth gesprochen und er hat eingewilligt. Er sagte auch, dass wir Saphira besser eine Weile allein lassen sollten.«
Eragon nahm diese Tatsache wortlos entgegen.
»Allerdings möchte ich selbst mit Umaroth reden, da es um meinen Drachen geht. Außerdem würde ich gerne etwas Zeit mit Saphira verbringen.«
Er machte ein paar Schritte nach Vorne und ohne sie auffordern zu müssen bildeten die 21 Elfen einen Durchgang für ihn.
Am Ende des Schiffes war eine Lucke im Boden, die den Eingang zur Ladekammer darstellte. Der Eingang war groß genug, sodass Saphira ihren Kopf problemlos hineinstecken hätte können und mit einer Falltür verschlossen. Eragon machte die schwere Falltür mühelos auf. Er sah in den klaren Sternenhimmel auf und glaubte, irgendwo in der Ferne das Gesicht von Arya erkennen zu können. Dann hüpfte er einfach in das dunkle Loch vor ihm. Zehn Fuß weit viel er in die Tiefe und landete dann elegant in der Hocke auf den Beinen, mit der rechten Hand vorne abgestützt. Er drehte sich um und begutachtete die kleine Kammer, in der er jetzt stand.
Ein runder Tisch war präzise genau in der Mitte aufgestellt worden, auf dem die Dokumente über die Waren im Lager ausgebreitet waren. In der Wand vor Eragon waren eine normale Tür links, hinter der die Nahrung, Werkzeuge und andere nützliche Vorräte gelagert waren und eine mit Schnitzereien und Edelsteinen geschmückte, sogar mit Farben bemalte Tür rechts eingelassen. Kurz überflog Eragon die Dokumente über ihre Essensvorräte, die auf dem Tisch ganz oben lagen und ärgerte sich darüber.
Wir hätten mehr Vorräte mitnehmen sollen. Wenn wir in spätestens anderthalb Wochen keinen geeigneten Aufzuchtsort für die Drachen gefunden haben, müssen wir umkehren.
Dann schritt er auf die edle Tür zu und bemerkte, dass eine detailgetreue Abbildung vom Menoa-Baum in der oberen Hälfte der Tür geschnitzt war. In der unteren Hälfte war der Garten der Tialdari-Halle geschnitzt worden, mit all ihren Bäumen und Blumen. Fasziniert erkannte er einen Schmetterling. Er saß auf einer Blume, die sich am untersten Ast eines Baumes rankte, der am Rand des Gartens neben einem Teich stand. Die Blütenkelche der Blume schimmerten in einem prachtvollen Königsblau, das zu den Blumenkronen hin in tiefes Schwarz überging- Aryas Lieblingsblume.
Wieder war Eragon den Tränen nahe, doch er hatte eingesehen, dass ihm Trauer in dieser Angelegenheit nicht half. Er konzentrierte sich auf die Atemübung, die Oromis ihm beigebracht hatte und so beruhigte er sich allmählich wieder.
Als Eragon fertig war, richtete er sich auf und straffte seine Schultern. Kurz zog er sein Wams zu Recht, streckte dann seine Hand zur Türklinke aus und drückte sie hinunter. Wie von selbst schwang die Tür auf und das erste Mal seit sechs Tagen lächelte Eragon.
ich würde euch bitten, mir die kritikpunkte zu erzählen. nachdem man das selber schwer beurteilen kann... ich bin keinem böse, egal wie viel kritik ich bekomme (ganz im gegenteil!)
also: Kapitel 1:
WYRDA
Vernunft
Seitdem die Talíta, ein weißer Einmaster der Elfen die Grenzen Alagaësias überschritten hatte und somit die Landkarte der Elfen endete, wusste Niemand wie lange sich die einsame Einöde noch weiterziehen würde. Bisher waren fünf Tage vergangen, in denen jedoch noch immer kein geeigneter Platz zum Aufziehen der Drachen in Sicht gekommen war.
Die verbliebenen neun Bewacher der Eldunarí und die anderen zwölf Elfen, die mitgekommen waren und die Schiffsmannschaft bildeten, wussten nicht viel über das Land im Osten. Zwar waren einige Reiter mit ihren Drachen vor längst vergangener Zeit in den Osten geflogen, doch das dürre Land zog sich zu weit in die Ferne, als das einer der Kundschafter es überwunden hätte. Das Wenige, dass die Bücher der Elfen über den Osten preisgaben, war eine bedürftige Beschreibung über eine immer fort währende Steppe, ähnlich der Steppe zwischen Dras-Leona und Gil´ead, nur von einem Fluss durchbrochen.
Der Ferne Osten stellte sich als genau dieses Land vor. Die trockene Erde wurde an einigen Stellen von dürrem, braunem Gras ersetzt. Nur am Ufer des Edda prangten etwas mehr von dem trockenen Gras, doch selbst dort war der Boden nicht fruchtbar genug. Obwohl den ganzen Tag über die Sonne schien, war es nicht allzu heiß, doch auf Regen konnten die Reisenden nicht hoffen. Keine Berge und auch keine Hügel waren bisher aufgetaucht, nur flaches und ausgestorbenes Land. Vom Schiff aus konnte man bis zum Horizont sehen. Bisher waren auch noch keine Tiere zu Sichten gewesen, selbst Spinnen, Käfer und anderen Kleintieren war es im Osten zu trocken. Der Edda bog sich am vierten Tag etwas nach Norden und floss seither in wenigen weit ausgeholten Kurven weiter.
Die Talíta segelte wie von einer unsichtbaren Hand geführt in der Mitte des Flusses. Zu selten kam eine schwache Böe auf, darum hatte die Schiffsmannschaft das Segeltuch sicher verstaut. Auch wenn kein Segeltuch vorhanden war, dass gespannte hätte werden können, floss das weiße Elfenschiff in gleichmäßigem aber unaufhaltsamem Tempo voran. Somit konnten die Reisenden nur auf eine bisher unbekannte Entdeckung warten.
Bloëdhgarm ging die Stufen vom Hauptdeck zum unteren Abteil des Schiffes hinunter. Vor der Tür angekommen drehte er sich noch einmal um und sah zu den Elfen hinauf, die sich entschlossen hatten Eragon und Saphira zu begleiten. Sie nickten ihm kurz zu und blickten dann zum Himmel auf, in dem Saphira als kleiner, saphirblauer Punkt am Horizont zu erkennen war. Bloëdhgarm wendete sich der schweren Kieferntür zu und öffnete sie langsam. Eine Duftwelle aus Baumharz und Kiefernnadeln streifte über sein Gesicht. Er zog die Lefzen hoch und entblößte dabei ein kleines Stück seiner dolchartigen Fangzähne, als er den Duft einzog. Ein 40 Fuß langer Korridor offenbarte sich vor dem Wolfkatzen-Elf, an dessen Ende die Kabine von Eragon lag. Auf beiden Seiten des Korridors waren Türen eingelassen, aber die Kabinen dahinter waren unbewohnt. Bloëdhgarm trat ein und schloss die Tür leise hinter sich. Dunkelheit umschloss den Elf, doch mit seinen Elfenaugen konnte er alles Taghell sehen. Der Gang führte zum Bug des Schiffes. Schnellen Schrittes durchquerte er den Korridor.
Nichts war von seinen Schritten zu hören, da das Elfenschiff als Ganzes aus einem der größten Bäume in Ellesméra herausgesungen war und somit alle Teile des Schiffes nahtlos übergingen. Nichts, nicht einmal die Türen auf dem Schiff konnten knarren.
Vor Eragons Tür angekommen blieb Bloëdhgarm stehen. Selbst hier am Bug konnte er kein Schaukeln des Schiffes wahrnehmen, da die großen Elfenschiffe sogar bei höheren Wellen sanft durch die Fluten glitten. Der Elf klopfte dreimal gegen die Tür.
»Eragon? Bitte gewähr mir Einlass zu deiner Kabine. Wir machen uns Sorgen um dich. Seit sechs Tagen schon haben wir nichts mehr von dir gehört und bald bricht wieder die Nacht über uns herein. Saphira spricht auch nicht mit uns, sie verschließt noch immer ihren Geist.« Als Bloëdhgarm fertig gesprochen hatte hörte er angespannt hin und hoffte auf eine Antwort von Eragon. Wie immer verharrte der Elf eine Stunde still vor der Tür, doch Eragon unternahm auch heute nichts. So drehte Bloëdhgarm sich um und schritt ebenso leise wie er gekommen war den Korridor entlang zur Tür.
Eragon lag still in seinem Bett und schaute traurig zur Decke hinauf. Seit sechs Tagen hatte er sich in seiner Kabine eingeschlossen, in der er nur sein Bett, eine Truhe und ein kleiner Schreibtisch stand. Kein Hunger quälte ihn, obwohl er fast nicht gegessen hatte.
Er hatte nicht nur Roran, Katrina und die anderen Dorfbewohner verlassen, sondern auch seinen besten Freund Orik, seine Lehnsherrin Nasuada und die vielen Freunde, die er im Laufe der Zeit bei den Varden, den Zwergen und den Elfen gefunden hatte. Aber vor allem sehnte er sich nach Arya, Königin der Elfen, Drachenreiterin und Schattentöterin.
Er kannte ihre Gesichtszüge viel besser noch als seine eigenen und konnte sich somit ein genaues Abbild von ihr Vorstellen. Eine Träne rann über seine Wange und tropfte auf den mit Federn gefüllten Polster, der sie gierig aufzog. Eragon erinnerte sich an das Fairith, dass er in der Lehrstunde von Oromis von ihr gemacht hatte. Schon damals wusste er genau, wie Arya aussah und dieses Abbild von ihr auf eine mit Farbpigmenten vorbehandelte Schieferplatte projizierte. Das Fairith zeigte genau, welche unendlichen Gefühle er für die wunderschöne Elfe empfand.
Spätestens als sie mein Fairith begutachtete, wusste sie wie verliebt ich in sie war.
Dann erinnerte er sich an das Fairith, dass er bei der Lichtung nordöstlichlich von Ilirea von Arya gemacht hatte. Es war zwar nicht perfekt gewesen, doch war das Fairith ein genaueres Abbild von Arya als in Ellesméra. Trotzdem offenbarte auch dieses Wunschbild die Gefühle von Eragon, aber diesmal hatte sich Arya wirklich über das Fairith gefreut. Er fragte sich, wo das Wunschbild jetzt wohl war.
Wie gern ich das Wunschbild jetzt doch zur Hand hätte.
Wehmütig dachte Eragon zurück an die Zeit mit Arya und noch eine Träne kullerte über sein Gesicht und tropfte auf den Polster. Er sehnte sich nach dem Augenblick, in dem Arya und er gemeinsam, Hand in Hand einfach nur dagestanden und in den Himmel geblickt hatten. Dann erinnerte er sich daran, wie glücklich Saphira zusammen mit Firnen immer gewesen war und dass sie sicher noch trauriger war als er. Nun überkam ihn das Gefühl, Saphira zu helfen müssen.
Ich muss mit ihr sprechen. Seit sechs Tagen habe ich mich hier eingeschlossen und bin in meiner Trauer versunken, ohne an die Anderen zu denken. Jeden Tag war Bloëdhgarm gekommen, doch nie hatte ich ihm geantwortet. Selbst Saphira habe ich allein gelassen.
Er seufzte und setzte sich auf. Schnell zog sich Eragon ein Wams über, zog sich die Stiefel an und ging zu Tür. Brisingr samt Scheide und seinem Schwertgurt ließ er in der Kiste unter seinem Bett verstaut, da er seine Waffe auf dem Schiff sicher nicht brauchen würde.
Den Schwertgurt hatte er kurz vor der Abreise in Hedarth von Orik geschenkt bekommen. Als der Zwerg erfuhr, dass Eragon den Gürtel von Beloth dem Weisen verloren hatte, schickte der Zwergenkönig seine besten Schneider um einen neuen Schwertgurt. Über diesen hatte sich Eragon sehr gefreut, vor allem, weil er je nach Lichteinfall in allen Farben des Regenbogens schimmerte. Er hielt noch kurz inne, wischte sich die Tränen und die Trauer aus seinem Gesicht und öffnete die Tür. Er ging den Flur entlang, machte die Tür zum Deck auf und ging langsam rauf. Die Nacht war bereits über dem Schiff hereingebrochen, doch die Elfen auf dem Schiff sahen ihn trotzdem sofort. Jeder beschäftigte sich woanders, einige in einer kleinen Gruppe, ein anderer ganz alleine, irgendwo auf dem Deck. Ein Elf, den Eragon aus seiner Garde kannte spielte eine wundersame Melodie auf seiner Flöte und eine Elfe, die Eragon noch nicht gut kannte, sie aber ein paarmal bei der Agaetí Blödhren gesehen hatte, sang mit heller Stimme dazu. Als die beiden ihn bemerkten, hielten sie sofort inne. Alle Elfen, die sich auf dem Deck die Zeit vertrieben haben, eilten zu Eragon und versammelten sich um ihn herum. Als alle da waren, trat Eragon einen Schritt vom Stiegen Aufgang vor.
»Atra Esterní ono thelduin, Älfya Fricäya.«
Erstaunt darüber, dass Eragon die Begrüßungs-Formel zuerst gesprochen hatte, traten die Elfen nach und nach vor, um mit ihm die Formel zu Ende zu sprechen. Als der Letzte Elf, ein Elf mit langem silbernem Haar geendet hatte, fuhr Eragon fort.
»Es tut mir Leid, dass ich euch so lange allein gelassen habe. In meiner Trauer habe ich das Wesentliche nicht erkannt und mich stattdessen in meiner Kabine verschanzt. Doch jetzt habe ich meine Trauer überwunden und ich werde mich wieder voll und ganz meinen Aufgaben widmen. Außerdem sorge ich mich um Saphira, denn selbst mit ihr habe ich die vergangenen sechs Tage nicht gesprochen. Normalerweise kommt sie zuerst zu mir, wenn wir länger nicht zusammen gewesen sind. Könntet ihr mir bitte helf…«
Da viel ihm ein großer, schlanker Elf ins Wort, der links von Eragon stand.
»Ich entschuldige mich, euch unterbrechen zu müssen Eragon Shur´tugal, aber wir wissen auch nichts über Saphira. Als wir Roran, Arya und Firnen verlassen haben ist sie hoch in die Lüfte gestiegen und seither nicht mehr zu uns zurückgekehrt. Manchmal sehen wir sie als kleinen, saphirblauen Punkt am Horizont fliegen, doch dann hält sie ihren Geist fest vor uns verschlossen.«
Eragon wendete sich zu Eragon wendete sich zu Bloëdhgarm um, der in der Mitte des Halbkreises stand, der sich um Eragon gebildet hatte.
»Wieso habt ihr mir nicht gesagt, dass Saphira nicht zurückgekommen ist? Ich dachte sie hält nur ihren Geist verschlossen!«
»Ich wollte Euch nicht noch mehr Sorgen bereiten, außerdem habe ich mit Umaroth gesprochen und er hat eingewilligt. Er sagte auch, dass wir Saphira besser eine Weile allein lassen sollten.«
Eragon nahm diese Tatsache wortlos entgegen.
»Allerdings möchte ich selbst mit Umaroth reden, da es um meinen Drachen geht. Außerdem würde ich gerne etwas Zeit mit Saphira verbringen.«
Er machte ein paar Schritte nach Vorne und ohne sie auffordern zu müssen bildeten die 21 Elfen einen Durchgang für ihn.
Am Ende des Schiffes war eine Lucke im Boden, die den Eingang zur Ladekammer darstellte. Der Eingang war groß genug, sodass Saphira ihren Kopf problemlos hineinstecken hätte können und mit einer Falltür verschlossen. Eragon machte die schwere Falltür mühelos auf. Er sah in den klaren Sternenhimmel auf und glaubte, irgendwo in der Ferne das Gesicht von Arya erkennen zu können. Dann hüpfte er einfach in das dunkle Loch vor ihm. Zehn Fuß weit viel er in die Tiefe und landete dann elegant in der Hocke auf den Beinen, mit der rechten Hand vorne abgestützt. Er drehte sich um und begutachtete die kleine Kammer, in der er jetzt stand.
Ein runder Tisch war präzise genau in der Mitte aufgestellt worden, auf dem die Dokumente über die Waren im Lager ausgebreitet waren. In der Wand vor Eragon waren eine normale Tür links, hinter der die Nahrung, Werkzeuge und andere nützliche Vorräte gelagert waren und eine mit Schnitzereien und Edelsteinen geschmückte, sogar mit Farben bemalte Tür rechts eingelassen. Kurz überflog Eragon die Dokumente über ihre Essensvorräte, die auf dem Tisch ganz oben lagen und ärgerte sich darüber.
Wir hätten mehr Vorräte mitnehmen sollen. Wenn wir in spätestens anderthalb Wochen keinen geeigneten Aufzuchtsort für die Drachen gefunden haben, müssen wir umkehren.
Dann schritt er auf die edle Tür zu und bemerkte, dass eine detailgetreue Abbildung vom Menoa-Baum in der oberen Hälfte der Tür geschnitzt war. In der unteren Hälfte war der Garten der Tialdari-Halle geschnitzt worden, mit all ihren Bäumen und Blumen. Fasziniert erkannte er einen Schmetterling. Er saß auf einer Blume, die sich am untersten Ast eines Baumes rankte, der am Rand des Gartens neben einem Teich stand. Die Blütenkelche der Blume schimmerten in einem prachtvollen Königsblau, das zu den Blumenkronen hin in tiefes Schwarz überging- Aryas Lieblingsblume.
Wieder war Eragon den Tränen nahe, doch er hatte eingesehen, dass ihm Trauer in dieser Angelegenheit nicht half. Er konzentrierte sich auf die Atemübung, die Oromis ihm beigebracht hatte und so beruhigte er sich allmählich wieder.
Als Eragon fertig war, richtete er sich auf und straffte seine Schultern. Kurz zog er sein Wams zu Recht, streckte dann seine Hand zur Türklinke aus und drückte sie hinunter. Wie von selbst schwang die Tür auf und das erste Mal seit sechs Tagen lächelte Eragon.
, aber habt iher wirklich keine Kritik?