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06.03.2008, 22:32
Beitrag #46
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Sleiz folgte Aelar wortlos in die Schattenwelt, obwohl er anders als sie kein Medium benutzte. Sie hatte ihre Entscheidung getroffen.
Obwohl in ihm diese kleine Hoffnung gebrannt hatte, hatte er nicht wirklich damit gerechnet, dass sie ihn noch in ihrer Nähe dulden würde. Hatte sie das überhaupt gesagt, sie hatte gesagt lass uns gehen, das hieß nur das er sie begleiten durfte, doch wie lange. Erstmal war es führ ihn eine große Erleichterung zu wissen, dass sie nicht gleich abgewiesen. Vielleicht konnte er einige Dinge wieder gut machen, doch vieles hatte er wahrscheinlich zerstört. Wut stieg in ihm aus während er Aelar wortlos folgte, Wut über sich selbst und darüber, dass er seinen Hass nicht kontrollieren konnte. Er musste lernen seine Gefühle zu kontrollieren und nicht zulassen, dass es andersherum der Fall sei. Seit er zurückdenken konnte schon als Elf hatten ihn seine Gefühle kontrolliert und immer hatte es fatale Folgen für ihn und schlimmer noch für andere gehabt. Nun hatte er durch sie sein Verhältnis zu Aelar fast gänzlich verloren Aelar machte halt und verließ die Schattenwelt. Sleiz wanderte noch etwas dann verließ auch er diese Welt. Er wollte nicht so nah bei Aelar sein. Ihre Nähe machte seine Schuldgefühle nur noch schlimmer. Sie mussten in der Nähe der Ramr sein, denn er konnte den Fluss in einiger Entfernung hören. Sleiz setzte sich auf den Stamm eines umgefallenen Baumes und hörte dem Rauschen des Flusses zu. Der monotonen, beruhigenden Melodie, die ihn von seinen Gedanken wegzog in die Leere. Wie hatte er nur so weit gehen können?
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07.03.2008, 19:53
Beitrag #47
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Nachdem Aelar wieder in die wirkliche Welt übergetreten war, blieb sie stehen und sah sich um. Sie waren mitten im Nirgendwo gelandet, irgendwo vor er Grenze zur Wüste, die sich hinter dem einzigen Anhaltspunkt, dem Ramr, der sich durch die kahle Landschaft schlängelte, erstreckte. Sie hatte nicht darauf geachtet wohin sie ging, aber dieser Ort schien ihr weit genug entfernt, um weiteren Verfolgern entgangen zu sein.
Aelar sah sich um. Sleiz hatte ein ganzes Stück entfernt von ihr die Schattenwelt verlassen und blickte sich unschlüssig um, bevor er sich schließlich auf einen umgestürzten Baumstamm setzte und ziellos in die Ferne starrte. Sie konnte nicht genau sagen, ob es ihm leid tat oder er einfach nur immer noch wütend war, doch selbst wenn eins von diesen beiden Möglichkeiten, der Fall gewesen wäre, was hätte ihr das dann weitergeholfen? Sie ließ sich nahe des Ramrs nieder und blieb eine Weile regungslos sitzen, bis ihr die Frage, die sie sich vorhin gestellt hatte, wieder einfiel. Sie beschloss, einfach zu ihren alten Methoden zurückzukehren, denn so würde es einfacher sein, mit Sleiz zu reden, auch wenn es ihr nicht einmal auf diesem Weg behagte. Doch sie musste wissen, warum er die Elfen im Wald nicht einfach ermordet hatte. Es wäre nur ein kleiner Schritt auf seinem Weg zur totalen Vernichtung des Volkes gewesen, doch er hatte ihn nicht gesetzt. Warum hast du diese Elfen verschont?, fragte sie, ohne ihn direkt anzusprechen. Sie wollte nur die Wahrheit wissen, sonst nichts. |
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08.03.2008, 20:11
Beitrag #48
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Sleiz atmete lange aus als er Aelars Frage vernahm. Er hatte gewusst, dass er ihr irgendwann seine Fehler gestehen musste, doch hatte er gehofft, dass er noch etwas Zeit hätte um selbst zu verkraften, was er getan hatte.
,,Der Elf war gerade einmal alt genug um ihn als erwachsenen seines Volkes zu bezeichnen, doch er griff mich an obwohl er wusste was ich in Ellesmera getan habe, sein Bruder war unter den Soldaten. In seinen Augen brannte der selbe Hass wie in meinen. Er schwieg einige Sekunden lang. Dann sprach er nüchtern weiter, ,,Als ich in seine Augen blickte sah, erkannte ich meinen Irrtum und den Wahnsinn dem ich verfallen war. Es ist keine Wage zwischen unserem und ihrem Folk das wenn das eine leidet es dem anderen gut geht. So etwas gibt es nicht und wird es auch nie geben, doch es gib eine Spirale zwischen unseren Volkern die uns immer weiter gegeneinander aufhetzt. Hätte ich diesen Elfen ermordet, der für mich nicht einmal eine Gefahr dargestellt hatte, hätte ich die Spirale um eine Umdrehung weitergeführt. Ich habe ihnen Versprochen, dass wir sie nicht mehr angreifen werden und niemanden Töten werden solange es keinen Grund dazu gibt und dass ich Frieden wünsche. Sleiz senkte den Blick, die Last seiner Schuld schein ihn zu erdrücken. ,,Du hattest Recht und ich habe mich in meinem Zorn vor der Wahrheit verschlossen. Dieser Zorn ich weiß nicht vorher er kommt oder warum er immer wieder aufflammt, doch eines weiß ich, ich kann ihn nicht kontrollieren. Er nimmt mir jeden freien Gedanke und verbrennt jedes andere Gefühl in mir, selbst jene die ich für dich empfinde und dennoch ist es nicht wie damals mit meinen Geistern, denn ich bin in diesen Momenten immer noch dieselbe Person. Doch der Hass verändert mich und macht mich zu etwas das nicht mehr als ein Tier ist, ein tödliches, mordlüsternes Tier. Sleiz stoppte erneut. Seine Worte fielen ihn immer schwerer, während seine Schuldgefühle immer stärker wurden. ,,Ich verlange nicht von dir das du mir vergibst, doch will ich das du weißt das es mir leid tut was geschehen ist, auch wenn ich mein Handeln nicht ungeschehen machen kann.
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08.03.2008, 23:36
Beitrag #49
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Aelar war überrascht. Es tat ihm also leid... Was sollte sie davon halten? Und vorallem, warum hatte er so plötzlich seine Meinung geändert? Sie wusste es nicht. Wenn Sleiz sagte, dass er sich seines Irrtums bewusst geworden war und, dass er nur so gehandelt hatte, weil er unfähig war, seine Wut unter Kontrolle zu halten - was gab ihr dann die Sicherheit, dass er nicht schon morgen wieder einer anderen Auffassung sein würde?
Sie sprach nicht mit ihrer Stimme, da sie befürchtete, sie könnte zu sehr zittern. Sie wollte keine Schwäche zeigen. Woher will ich wissen, dass du nicht wieder die Beherrschung verlierst, wenn du selbst sagst, du kannst deinen Zorn nicht kontrollieren? Wenn du so redest, dann wirst du es wieder tun." Sleiz den Rücken zugewandt, so wie er es im Wald mit ihr getan hatte, verharrte Aelar regungslos und gab ihm keine Möglichkeit, irgendetwas aus ihrem Gesicht zu lesen. Warum sollte sie ihn anders behandeln? Sie schloss die Augen. "Doch ich werde es kein weiteres Mal ertragen. Wenn du dies verhindern willst, dann musst du nicht nur deine Entscheidung was die Elfen betrifft, ändern, sondern dich selbst. Das muss dir bewusst sein." Sie wusste nicht , ob sie weiterreden sollte. Ob es überhaupt einen Sinn hatte. Denn so wie er gesprochen hatte, wollte er nur seine Schuld begleichen... Sie konnte an seiner Stimme hören, dass es ihn quälte, doch was dies war, vermochte sie nicht zu sagen. Sein Gewissen oder seine Gefühle? |
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09.03.2008, 00:37
Beitrag #50
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,,Wenn ich mich nicht hätte kontrollieren können säße ich wohl kaum hier sondern wäre schon längst wieder in Du Weldenwarden, meinst du nicht auch.
Sleiz Stimme verlor jeglichen Ton. Er hatte kaum etwas anderes erwartet, doch jetzt da sie es ausgesprochen hatte war es ihm glasklar. Er musste sich verändern. Veränderungen, es gab für ihn kein Wort was eine größere Bedeutung hatte. ,,Was das mit diesem Wort Verändern ist, dazu kann ich dir etwas sagen. Ich werde mich niemals aus eigenen Stücken verändern können, selbst wenn ich es noch so sehr versuche. Jedes Wesen dem ich begegne kann mich ändern wie der Elf dem ich begegnet bin, er hat mir gezeigt das Hass mich nicht weiterbringt. Veränderungen habe ich oft erfahren und ich kenne keine einzige die mich nicht in einer gewissen Weise zerstört hat. Mein Leben wir immer sinnloser und jedes Mal nach einer Veränderung denke ich das es nicht noch schlimmer sein kann, bis ich das nächste mal verändert werde. Mein Leben ist ein Trümmerhaufen der immer weiter zu Staub zerfallt, einzig dazu geboren meine Aufgabe im Leben zu erfüllen ohne das dabei auf irgendetwas geachtet wird was mir teuer ist. Ich bin Lediglich eine Marionette im tyrannischen Spiel der Götter die mir mein Leben vorschreiben. Sleiz war aufgestanden und drehte Aelar um so dass sie ihm in die Augen sah. Er wollte das sie sah was in ihm vorging, sie sollte wissen wie es ihm ging. ,,Du weißt nicht wie das ist wenn man versucht sich zu ändern und immer merkt, dass man nichts erreicht während jeder andere es schafft auch nur durch kleinste Dinge einem das Leben zu ewigen Qualen zu machen. Meine Kindheit war der wunderbare Anfang des ganzen. Beide Eltern ermordet, als Vollwaise aufgewachsen in der Gosse weil sich die anderen Fürstenhäuser darum gerissen haben die Ländereien meiner Eltern sich unter den Nagel zu reißen solange die Erben noch zu klein sind um etwas dagegen zu unternehmen. Ich wuchs mit meinem Hass auf Hass auf jene die mir dieses Leben verschafft hatten. Jeden Tag ich stahl um mir das nötigste zu leisten und mir eine Ausbildung mit der Klinge leisen zu können um mein Leben eines Tages so lenken zu können wie ich es wollte und mir zurückholen konnte war rechtmäßig mir gehört hatte. Ich fand Freunde unter den anderen Gossenkinderern, Freunde, die mit einem alles teilten, selbst wenn es so gut wie nichts gab was man hätte teilen können. Ich teilte mit ihnen das Wissen was ich mir aneignen konnte weil er kaum etwas gab womit ich ihnen es ihnen vergelten hätte könnten. Glaubst du wirklich ich hätte den Moment genossen als ich als Schatten aufwachte, ohne Erinnerungen aufwachte, ohne zu wissen wer oder was ich war. Oder meinst du wie ich mich gefreut hatte als ich erfuhr das ich der letzte unserer Art war, gejagt und verfolg ohne zu wissen warum. Glaub mir ich habe genug Veränderungen erlitten um zu wissen was er heißt verändert zu werden. Es gib niemanden der mich verändert hat ohne mein Leben in noch kleinere Fetzen zu reißen. Glaub mir ich fürchte weder den Tod noch Schmerz doch fürchte ich es verändert zu werden. Tränen rannen Sleiz über die Wangen, Tränen der Wut, der Trauer, der Verzweiflung. ,,Mein Hass kann ich nicht mehr ändern, er sitzt so tief in mir verankert, wie meine Geister. Sag mir Aelar, Nocere Cilestia, wer will mich ändern, um mein Leben wieder zusammenzufügen? Sag es mir, die Elfen, die mich fürchten wie eine Bestie, meine Geister die sich so wenige verändern wie ich es tue, du, die ich in meinem Zorn so verletzt habe. Wer soll es tun? Die einzige Veränderung die ich nun noch ersehne ist zu sterben, da meine Existenz anscheinend als lebendes Wesen überflüssig ist.
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09.03.2008, 15:44
Beitrag #51
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Im ersten Moment als Sleiz sie an den Schultern zu sich umdrehte, wollte Aelar sich aus seinem Griff befreien. Doch etwas in ihr wehrte sich dagegen, zu reagieren, dagegen, jedwege Emotionen zu zeigen. Sie blickte ihn kurz an, hielt den Kopf dann aber gesenkt als er wieder zu sprechen begann, und ignorierte das beständig zunehmende Zittern in seiner Stimme.
Wenn sie vorher geglaubt hatte, seine Vergangenheit zu kennen, so hatte sie sich geirrt. Warum musste er ihr diese Details seines früheren Lebens jetzt offenbaren, wo sie sie nur noch wütender machten? Doch es wurde immer klarer, dass ihre Wut sich verändert hatte. Sie war nicht länger wütend auf ihn, sondern auf sich selbst, weil sie wieder diese Verbundenheit zwischen ihnen spürte, während sie immer tiefere Einblicke in die Abgründe seiner Vergangenheit bekam. Sie waren beide ohne Eltern aufgewachsen, doch im Gegensatz zu ihm hatte sie eine verhältnismäßig schöne Kindheit gehabt; es hatte ihr an nichts gemangelt, und durch ihr magisches Talent war sie immer respektvoll und beinahe ehrfürchtig behandelt worden. Sleiz Stimme wurde immer brüchiger und brach schließlich ganz ab. Aelar öffnete die Augen, die sie die ganze Zeit geschlossen gehalten hatte, und blickte widerwillig zu ihm hoch, um zu sehen, dass seine Trauer nicht mehr länger unsichtbar war. Als er endlich geendet hatte, war sie schließlich nur noch erschrocken über das, was er als letztes ausgesprochen hatte. Und noch ein merkwürdiges, anderes Gefühl wühlte in ihr, dass sie nicht deuten konnte. Nach einer unbehaglichen Weile der Stille, in der sie sich nur stumm ansahen, kam Aelar plötzlich etwas wieder ins Gedächtnis. Etwas, dass noch gar nicht so lange her war, ihr aber vorkam als wäre es vor etlichen, langen Monaten geschehen. "Du hast mich so etwas ähnliches schon einmal gefragt", sagte Aelar, nicht länger in Gedanken. "Weißt du noch? Damals hast du mich gefragt, was du wirklich bist. Erinnerst du dich, was ich dir geantwortet habe?" Ihre Worte erschienen ihr, trotz des Gefühls der vergangenen Ewigkeit glasklar, als hätte sie sie sich erst gestern noch ins Gedächtnis gerufen. "Genau die gleiche Antwort kann ich dir auch diesmal geben: Du magst denken, dass du es nicht kannst, dass andere über dein Schicksal bestimmen müssen. Ja, vielleicht können sie zu deinen Entscheidungen beitragen, aber fällen musst und tust du sie auch letztenendes selbst. Ich kann dir nur... dabei helfen, mehr nicht." Das Wort über die Lippen zu bringen verlangte ihr einiges an Überwindung ab, ihre Stimme blieb ausdruckslos. "Wenn du es nicht selbst willst, kann ich nichts für dich tun." |
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09.03.2008, 19:56
Beitrag #52
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Sleiz war dankbar dafür, dass sie ihm helfen wollte. Sie versuchte ihm zu helfen, selbst nach allem was passiert war. Er fühlte sich immer noch elend für das was er getan hatte, selbst wenn Aelar ihm nun wieder Helfen wollte.
,,Ich werde es versuchen, auch wenn ich Angst vor dem habe war dabei herauskommen wird. Danke, dass du mir helfen willst, trotz das ich dich in meine Wut so verletzt habe. Ich hätte niemals so handeln dürfen. Bitte Verzeih mir mein Handeln, dein Zorn ist das letzte was ich haben möchte. Mir wird schon von so vielen gezürnt, ich will nicht auch noch mit deinem Zorn leben müssen. Sollte es etwas geben womit ich es wieder gutmachen könnte lass es mich bitte wissen und ich werde mein bestes Versuchen. Er entfernte sich einige Schritte, er war innerlich am Ende. Er hatte soviel in den letzten Stunden durchgemacht, soviel getan und konnte einfach nicht mehr. Er brauchte Ruhe, um sich selbst einen Moment der Gelassenheit zu geben und neue Kräfte zu sammeln. Also wand er sich noch mal an Aelar: ,,Ich brauche etwas Ruhe nach allem was geschehen ist und ich will dich nicht in deiner Entscheidung drängen mir zu Vergeben, ich werde mich in Richtung der Ramr zurückziehen, morgen bei Sonnenaufgang komme ich zurück. Ich glaube bis dahin hast du genug Zeit zu überlegen ob ich es Wert bin Vergebung zu erfahren. Er machte sich auf den Weg, immer dem Rauschen des Wassers folgend und setzte sich an das Steinige Ufer des Stromes. Das rauschen des Wassers war das einzige Geräusch weit und breit. Es bedeckte seine Schuldgefühle wie ein Tuch, doch konnte er nicht vergessen. Er bezweifelte ob er es jemals vergessen würde. Er sah seine Hand an die mit der er Aelar geschlagen hatte. An den Knöcheln war die Haut aufgeplatzt. Die Wucht seines Schlages entsetzte ihn, doch noch mehr Entsetzte ihn das er nicht einmal mitbekommen hatte wie hart sein Schlag gewesen war. Er würde diese Tatsache nie ganz überwinden, fing er langsam an zu begreifen. Er blickte in den klaren Nachthimmel. Wie um alles in der Welt hatte er so handeln können? Diese Frage schwirrte schon die ganze Zeit in seinem Kopf herum. Er ließ sich zurücksinken und schloss die Augen. Vielleicht würde etwas Schlaf ihm Klarheit über sein Handeln bringen.
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09.03.2008, 22:37
Beitrag #53
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Aelar seufzte erleichtert auf, nachdem Sleiz verschwunden war und ließ sich augenblicklich auf der Stelle zu Boden sinken. Langsam wich die Anspannung aus ihren Gliedern, doch ihre Gedanken waren immer noch aufgewühlt.
Sie wusste nicht, ob sie Sleiz verzeihen konnte, nachdem, was vorgefallen war. Doch er hatte sie um Vergebung gebeten. Er hatte sie darum gebeten, sie weiter begleiten zu dürfen. War das nicht schon eine Veränderung, auch wenn er sich gegen diese Vorstellung wehrte? Wenn sie zurückdachte, hatte er seit ihrer ersten Begegnung wirklich eine große Veränderung durchgemacht. Damals hätte sie sich nie auch nur im Entferntesten vorstellen können, ihn jemals weinen zu sehen, oder überhaupt irgendeine Art von Gefühlen, außer Hass und Kälte zu zeigen. Sie war sich nicht einmal sicher gewesen, ob er überhaupt dazu in der Lage war. Doch jetzt schien er beinahe so zerbrechlich wie sich selbst so oft gefühlt hatte, nachdem sie sich kennengelernt hatten. Aelar versuchte, die Zweifel aus ihren Kopf zu vertreiben. Schließlich ging sie die wenigen Schritte zum Ramr, streifte ihre Stiefel von den Füßen und ließ ihre Beine in das kalte Wasser gleiten. Dann ließ sie sich einfach nach hinten fallen und schloss die Augen, während die kühle Nässe sanft über ihre Beine strich und sie etwas beruhigte. |
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10.03.2008, 08:23
Beitrag #54
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Sleiz wachte auf als die ersten Strahlen der Sonne sein Gesicht berührten. Sein Schlaf war geruhsam gewesen, doch der Gedanke an das was bevorstand ließ ihn wider zu seinen Gedanken zurückfinden. Heute würde sich entscheiden, wie sein Leben weitergehen würde. Würde Aelar ihm vergeben, er sehnte sich danach. Er würde alles dafür geben sich wieder mit ihr zu versöhnen, doch tief in sein inneres schlich sich die Verzweiflung das Aelar ihm nie verzeihen würde. Er hatte keinen Einfluss mehr und musste sich nun ganz auf Gedeih und Verderben ihrem Urteil ausgeliefert.
Im Vergleich zu dem was ihm nun bevorstand wäre ihm jeder Prozess lieber gewesen, doch er musste nun mal die Konsequenzen für das tragen was er getan hatte. Sleiz machte sich auf den Weg. Aelar war noch nicht da, sie schien sich nach ihrem Gespräch ebenfalls zurückgezogen zu haben, oder hatte sie ihre Entscheidung schon getroffen? Hatte sie sich dafür entschieden ihn weiter zu Hassen und hatte ihn hier zurückgelassen? Sleiz war dieser Gedanke unausstehlich, dennoch blieb er ruhig und wartete. Es war nicht Aelars Art so etwas zu tun, oder doch? Es hatte einmal eine Zeit gegeben wo er sie gekannt hatte, nun war er sich da nicht mehr so sicher ob er sie jemals wirklich gekannt hatte. Als Aelar endlich kam stand er auf. Er versuchte äußerlich Ruhe zu bewahren selbst wenn alles in ihm auf das äußerste gespannt war. Er hing an ihrem Lippen, was würde sie sagen, wie hatte sie sich entschieden? Sleiz konnte es kaum noch aushalten, dennoch schwieg er. Aelar hatte das Wort nicht er und ihres würde jetzt über sein weiteres Leben entscheiden.
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10.03.2008, 18:43
Beitrag #55
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Als Aelar am Morgen erwachte, nachdem sie noch bis spät in die Nacht wachgelegen und nachgedacht hatte, waren ihr Beine halb erfroren, doch die Kälte hatte ihr die nötige Abkühlung, die sie brauchte, verschafft, um wieder einen klaren Gedanken fassen zu können. Sie blieb noch eine Weile liegen und betrachtete die Sonne, die weit entfernt vor ihr aufgegangen war, bis sie aufstand und in die Stiefel schlüpfte. Mit langsamen, fast zögernden Schritten machte sie sich auf den Weg zu Sleiz. Sie erblickte ihn noch bevor er sie sah und eilig aufstand, was ihr fast ein Lächeln aufs Gesicht zauberte. Sie hatte nicht die geringste Ahnung wie viele Stunden sie diese Nacht damit verbracht hatte, eine Entscheidung zu treffen, und sie hatte genauso wenig einen Schimmer wie sie sich so um 180° hatte drehen können. Sie bebrachtete Sleiz eine Weile wie er sich bemühte keine Anspannung zu zeigen, was ihm natürlich nicht gelang. Anfangs war sie wirklich der Meinung gewesen, dass sie ihn abweisen würde, für immer. Doch irgendetwas konnte und wollte mit dieser Entscheidung nicht zufrieden sein, so hatte es sich jedenfalls angefühlt. Und so waren die anfänglichen Minuten, die ihr Entschluss gebraucht hatte, zu Stunden geworden. Stunden um Stunden, die kein Ende hatten nehmen wollen, weil sie sich immer wieder umentschlossen hatte, immer wieder Argumente für und wider gefunden hatte, die ihr trotz allem unbedeutend erschienen. Zuerst war ihr allein bei dem Gedanken Sleiz je wieder anzusehen, schlecht geworden, doch die Vorstellung es nicht zu tun hatte eine noch merkwürdigere Reaktion bei ihr ausgelöst. Doch je länger sie darüber gegrübelt hatte, war ihr klar geworden, warum dies so war. Es hatte mehrere Gründe - um genau zu sein, drei - und sie waren eigentlich alle ganz einfach... bis auf einen. Erstens waren sie die letzten Schatten dieser Welt und um ihr Überleben zu sichern qasi dazu gezwungen, zusammenzubleiben, was nicht wirklich ein zufriedenstellender Gedanke war. Der zweite war schon wesentlich sicherer und auch nicht unbedingt schlecht: Ihre Körper wurden von zweien der drei Seelensplitter Durzas beseelt und dadurch waren sie nicht nur auf eine gefühlte Art und Weise verbunden, sondern auch auf diese ganz logische. Den dritten Grund... konnte sie sich selbst nicht ganz erklären, oder sagen, ob sie sich dessen völlig sicher war, doch eigentlich war er ebenso offensichtlich wie die beiden anderen.
Aelar merkte wie Sleiz sie anstarrte und immer verunsicherter wurde, und beschloss, dem Ganzen endlich ein Ende zu bereiten. "Sleiz..." Beim Klang seines Namens spannte er sich merklich an, obwohl sie sich nicht vorstellen konnte, wie dies überhaupt möglich war. "Ich vergebe dir", sagte sie schlicht. Sleiz starrte sie an als wäre sie ein Geist. Er schien aus allen Wolken zu fallen, doch für sie war das Gefühl, es ausgesprochen zu haben, eine Erleichterung als würde eine schwere Last von ihr abfallen. Sie ging einige sorgfältige Schritte auf Sleiz zu, bis sie genau vor ihm stand. "Ich werde sehen, ob ich dir wirklich so viel wert bin, wie du sagst, oder glaubst, von dir zu wissen." Ihre Gedanken schweiften zu dem vorigen Abend ab und sie dachte an Sleiz´ Gesicht. Er war am Boden zerstört gewesen, so wie sie sich gefühlt hatte, nachdem er sie geschlagen hatte. "Doch", fuhr sie fort und sah ihm fest in die Augen, "tu es nie, nie wieder." |
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10.03.2008, 21:57
Beitrag #56
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Sleiz wusste im ersten Moment gar nicht wie ihm geschah. Aelar verzieh im, sie gab ihm eine zweite Chance, einen Versuch alles wieder gut zu machen. Sleiz konnte nicht anders, er streckte die Arme aus und drückte Aelar an sich.
,,Danke. Ich werde mir lieber die Hände durch meine eigene Klinge abtrennen lassen, als dich noch einmal so zu verletzen. Du nimmst meinetwegen so viel auf dich und dennoch erträgst du noch mehr anstatt mich einfach aus deinem Leben zu werfen. Glaub mir ich werde mich noch mal verändern wenn du mir hilfst und diesmal wird es eine sein nach der wir leben können frei von Problemen die ich uns bescheren könnte, das verspreche ich dir. Sleiz konnte es nicht fassen, wie Aelar es immer wieder schaffte sein Handeln zu ertragen konnte. Er schuldete ihr viel, vielleicht sogar mehr als er ihr in seinem Leben wiedergeben konnte. Er war froh darüber wie sie entschieden hatte. Doch brauchte er noch zeit um diese Erlebnisse gänzlich zu verarbeiten, Aelar ging es sicherlich nicht anders. ,,Lass uns versuchen dieses Versteck zu finden, damit wir Zeit haben um diese Sache zu vergessen, abgeschieden und ohne Einfluss eines anderen Wesens. Ich will etwas Zeit haben um die Wunden die ich in unser Beziehung geschlagen habe verheilen zu lassen auch wenn ich fürchte, dass Narben bleiben werden die selbst die Zeit nie heilen wird. Er dachte an das Rätsel zurück. Das Seithr-Öl, aus dem Hort des Blutes er musste also eine Stadt sein die sich mit Blutmagie befasst hatte, oder zumindest mit Blutritualen. ,,Dras-Leona, das muss die Stadt sein von der die Rede ist. Doch wo soll in dieser Stadt die von Elfen erbaut wurde ein Versteck der Schatten sein?
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10.03.2008, 22:48
Beitrag #57
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Aelar hob langsam die Arme, die eine Weile an Sleiz´ Seiten schwebten, dann legte sie sie auf seinem Rücken ab und erwiderte die Umarmung zaghaft. Die unerwartete Nähe kam ihr so fremd vor, als wäre es bereits Monate her, dass dies das letzte Mal passiert war.
Als Sleiz nach einigen stillen Augenblicken schließlich wieder das Rätsel erwähnte, erschien ihr dieser plötzliche Umschwung zwar unpassend, aber je länger sie es sich durch den Kopf gehen ließ, umso mehr war sie seiner Meinung. Sie waren endlich einer Meinung und ein abgeschiedener Ort wäre genau das richtige, genau das, was sie sich schon die ganze Zeit wünschte, um endlich Ruhe vor den Elfen zu haben und diese gewonnene Zeit mit Sleiz verbringen zu können. Sie verharrte still während sie über seine Worte nachdachte. Dras Leona war eine der Städte, die Handel mit Seithr-Öl betrieb, oder es zumindest früher getan hatte, doch sie war nicht die einzige. Und bei weitem nicht der einzige Ort, denn mittlerweile wurde wirklich überall und nirgends fragwürdiger Handel betrieben, ohne, dass jemand allzu genau Bescheid wusste. Der Hort des Blutes... ein Versteck der Schatten... Die Lösung war so greifbar, doch Aelar kam nicht darauf. Vielleicht sollten sie sich doch vorerst auf Dras Leona fixieren um wenigstens einen Anhaltspunkt zu haben... "Der Helgrind", murmelte sie an Sleiz Schulter, und es dauerte einige Sekunden, bis sie selbst realisierte, was sie grade gesagt hatte. Es war so einfach. |
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11.03.2008, 09:00
Beitrag #58
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Sleiz brauchte ebenfalls etwas um sich klar zu werden was Aelar gesagt hatte. Natürlich, suche den Ort deiner Herkunft. Warum sonst sollte die Elfen diese Berge Tor zur Finsternis nennen. Dies war sein Ort an den sich selbst die Elfen nicht wagen würden.
,,Sollen wir aufbrechen, oder brauchst du noch etwas Zeit, deine Entscheidung kann nicht leicht gewesen sein. Aelar wollte gehen auch wenn er ihr ansehen konnte, dass sie etwas Ruhe nötiger hatte als die anstrengende Reise. Es war seine Schuld das sie in diesem Zustand war, es musste etwas geben um ihr die Reise einfacher zu machen. ,,Warte ich glaube hier kann ich etwas von meinem Fehlhandeln wieder gut machen. Sleiz konzentrierte sich auf die Schattenwelt und schickte seinen Geist über diese Weiter in das Land, bis zum Helgrind. Er suchte nach einem Schatten die in seinem geistigen Bild wie schwach leuchtende Flächen in der Dunkelheit schimmerten. Er suchte sich den größten und stärksten unter ihnen aus. Er blickte Aelar noch mal an, bevor er den Zauber begann. ,,Hab keine Angst, es wird nichts passieren. Sleiz und Aelar finden an zu vergehen, langsam aber beständig wie eine Duhne im Wind. Als sie beide verschwunden haben lenkte er ihre Körper, die er mit der Schattenwelt hatte verschmelzen lassen bis zum Helgrind und ließ sie sich dort wieder manifestieren. Sleiz war entkräftet, aber zufrieden damit, dass Aelar so keine anstrengende Reise gehabt hatte.
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11.03.2008, 13:14
Beitrag #59
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Diese Art des Reisens brachte ein völlig anderes Gefühl mit sich als wenn man sich alleine durch die Schattenwelt bewegte und auf diese Weise trotzdem noch einige Zeit brauchte, um an sein Ziel zu gelangen. So aber fühlte Aelar sich hinterher noch genauso wie zu dem Zeitpunkt als sie noch am Ramr gestanden hatten, denn sie hatte nicht einmal einen Bruchteil ihrer Energie verbrauchen müssen.
Sie hob den Kopf. Vor ihnen erstreckte sich der riesige Schatten des Helgrind in die Höhe und raubte seiner Umgebung fast sämtliches Licht. Sie war nun schon sooft hier gewesen, doch nie hatte sie sich diesen Berg genauer ansehen können. Sie erinnerte sich vage an das erste mal als sie - noch zu ihrer Zeit als Elfe - hier vorbeigereist war, unterwegs mit Lythanda und Alice. Damals war ihr der Berg auf irgendeine Art und Weise bedrohlich vorgekommen. Nicht angst- aber doch respekteinflößend. Das nächste Mal hatte sich ihre Wahrnehmung im warsten Sinne des Wortes schon bedeutend geändert. Und jetzt wie sie vor dem stand, was die Elfen so fürchteten, ohne eigentlich den genauen Grund dafür zu kennen, war es als würde sie nach Hause zurückkehren. Sie war zwar noch nie zuvor direkt hier gewesen, aber sie wurde dieses Gefühl nicht los. |
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| Thema: | Verfasser | Antworten: | Ansichten: | Letzter Beitrag | |
| [suche nach kreity] | Hadarac | 29 | 2.281 |
09.07.2007 20:03 Letzter Beitrag: Hadarac |
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